Wer oder was sind denn Blogger? // die Sache mit der Influencerei

Was braucht es, um Blogger zu sein? Wann kann man sich selbst Influencer nennen? Und passen diese beiden Bezeichnungen wirklich darauf, was wir hier tun? Ich bin diesen Fragen heute einmal für mich auf den Grund gegangen. Achso, und dabei gilt wie immer: Mein Beitrag auf meinem Blog ist gleich meine Meinung. Ich will hier niemanden angreifen oder auf die Schippe nehmen.

Ich weiß, ich weiß, das ist schon der zweite Gedankenpost in Folge, obwohl das hier irgendwie ein Nailblog sein soll. Zumindest halbwegs. Und weil ich zurzeit über alles nachdenke und gerne darüber schreiben und meiner Meinung eine Stimme geben möchte, kommt das alles auf diesen Blog. Natürlich bemühe ich mich um Abwechslung, aber nur das, was man mit Leidenschaft tut, ist zum Bloggen gut genug. Vielleicht gefällt euch diese Art von Beiträgen ja genauso wie mir.

Zurück zum Thema. Ich habe vor einigen Wochen ein super toll geschriebenes Buch gelesen, voller wertvoller Tipps und Gedanken rund ums Bloggen und „diese Influencerei“, natürlich von niemand geringerem als der lieben Luise. Falls ihr die Gelegenheit bekommen solltet, lest unbedingt mal rein, es lohnt sich!

 

 

Nach dem Durcharbeiten dieser Lektüre kamen mir selbst einige Fragen in den Sinn.

Influencer – wer und wie groß?

Ihr wisst ja, ich bin jung. Generation Z. Social Media ist in aller Munde und sozusagen auf aller Handys zu finden, geschätzte 89% meiner Schule sind auf Instagram vertreten und mehr oder weniger aktiv. Viele davon mit einigen hundert, ein paar wenige mit über tausend oder zweitausend Followern. Und ziemlich viele haben vom privaten Profil auf ein Unternehmenskonto umgestellt, um dann als Persönlicher Blog gekennzeichnet zu sein (Wenn man fragt, wird als Grund häufig genannt, dass man wissen will, ob die eigenen Bilder von irgendwem gespeichert werden. Dazu sag ich jetzt mal nichts.).

So weit, so gut. Und jetzt stellt sich mir die Frage, kann man diese Personal-Blog-Inhaber, deren Content sich dann doch an ihre privaten Bekannten richtet, als Blogger / Influencer bezeichnen? Hm. Eigentlich bin gerade ich es, die die Grenzen da offen legt. Influencer ist praktisch jeder mit Onlineauftritt, schließlich beeinflussen wir immer irgendwie, mal mehr Leute, mal weniger, ganz abgesehen davon, dass das auch offline der Fall ist. Blogger, also Inhaber eines Weblogs (web + log, Blog ist die Kurzform), zeichnen sich eher durch eine Onlinepräsenz auf mehreren Kanälen, gekoppelt auf der eigenen Website, aus, oft auch durch Wiedererkennungswert. Meiner Meinung nach spielt auch das Schreiben eine große Rolle. Lange Texte sind auf Instagram alleine kaum möglich. Und doch haben sich einige wirklich große Player nur auf diese einzige Plattform spezialisiert. Und würde irgendwer bestreiten, dass man sich mit einer halben Million Follower Blogger nennen kann? Wohl eher nicht.

Und, so blöd das klingt, es existiert schließlich auch nirgendwo eine Art Codex, der festlegt, dass man erst ab 1k Instagram-Followern, 5000 monatlichen Unique Visitors auf dem Blog und drei erfolgreichen Kooperationen wirklich „dazugehört“ und sich ab jetzt feierlich „Blogger“ nennen darf. Wäre ja Quatsch. Und da in unserer modernen Welt fast alles möglich ist, warum denn nicht? Es gibt genug Gründe, genau jetzt mit dem Bloggen anzufangen.

Was sind wir eigentlich?

Nächster Punkt: Ich habe jetzt so oft gehört, dass vielen Bloggern der Begriff Influencer“ nicht gefällt. Dazu stehe ich relativ passiv, ich finde die Bezeichnung weder gut noch schlecht, aber schönere gibt es wirklich. Oben habe ich es schon kurz erwähnt – jeder beeinflusst, jeder influenced. Auf irgendeine Art und Weise. Groß per Youtube, Blog, Instagram, im Kleinen, im persönlichen Umfeld. Vielen Bloggern wird damit automatisch eine Vorbildfunktion zugeschrieben, man solle doch die einem gegebene „Macht“ – seine Reichweite – gut nutzen (einen interessanten Beitrag zum Thema findet ihr zum Beispiel hier). Und das ist der Punkt, an dem bezahlte Kooperationen misstrauisch beäugt werden.

Nein, ich kenne keinen einzigen Blogger, der für Geld seine eigene Meinung aus der Hand gibt. Wirklich nicht. Im Gegensatz zu Presse und Fernsehen (Werbepausen!) haben Blogger unser Vertrauen, weil sie authentisch und ehrlich sind. Und dieses Leservertrauen riskiert niemand. Also ja, die Möglichkeit, zu beeinflussen, ist da, nur steht sie nicht ganz vorne. An erster Stelle, und damit spreche ich wohl für einige Blogger, steht der Content. Schöne Bilder, relevante Texte, Inspiration. Content ist King und somit das Herzstück des Onlineauftritts. Entsprechend bezeichnen sich viele „Influencer“ ganz einfach als „Content Creators“ – weil das schöner und sympathischer klingt und der Wahrheit entspricht. Ich gehe da vollkommen mit. Und ihr?

Auf die Frage, ob ich mich selbst als Bloggerin sehe, meine ich übrigens: Nicht ja, nicht nein. Letztendlich lebt ein Blog von seiner Community. Ich bin unglaublich stolz darauf, hier, in der Blogosphäre, Freunde gefunden und tolle Leute kennengelernt zu haben, und auf meine Reichweite ebenfalls. Denn das Schönste am Bloggen ist das Feedback von Lesern, von wildfremden Leuten, die deine Mühe und deinen Content schätzen und sich die Zeit nehmen, Bilder zu liken, Blogposts zu lesen und vielleicht zu kommentieren. Ich finde das wirklich schön. Also – danke. An euch. Ihr macht meinen Blog zu dem, was er ist, und mich damit vielleicht zur Bloggerin. Wie ihr es sehen wollt.

Habt einen schönen Start ins Wochenende! Mehr Lesestoff gibt’s zum Beispiel hier und hier, nur, falls euch langweilig ist.

2 Kommentare bei „Wer oder was sind denn Blogger? // die Sache mit der Influencerei“

  1. Ein interessanter Beitrag. Die Fragen Beschäftigten mich auch ab und an.

    1. Wie schön, dass er dir gefällt. ♥

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