BuJo Insights // von Ehrgeiz und davon, alles haben zu wollen

Es gibt auch von mir mal wieder ein Bullet Journal-Update, und, wie man das von mir kennt, hab ich mich dazu gedanklich etwas ausgetobt – diesmal soll es hier um Herausforderungen gehen, um den Ehrgeiz, alles haben zu wollen, was geht, und darum, in dem, was man tut, Erfüllung zu finden.

 

 

Es gibt Tage, da könnte ich die Welt beherrschen. Da schaue ich mich dann auf Instagram und den ganzen Blogs um, die ich immer lese, fühle mich gänzlich heimisch in dieser Welt und will das alles auch. Dann will ich essie-Post, Kooperationen mit Uhrenmarken, Sonnenuntergangs-Schnappschüsse vor dem Eiffelturm, mal Handlettering und Aquarell ausprobieren, neue Makros fotografieren, Flatlays abbilden, Texte schreiben, meine Gedanken teilen, so wie es manch anderer Blogger eben tut. An diesen Tagen glaube ich an mich und daran, dass ich das alles kann – irgendwann. Sicher. Klar doch. Vielleicht werde ich auch etwas übereifrig.

 

 

Und dann sind da die anderen Tage. Da fühle ich das komplette Gegenteil, sicher kennen manche von euch diese Enttäuschung, wenn die Klickzahlen auf den Blog wieder in den Keller rutschen, das neueste Insta-Foto kaum Likes bekommt und der E-Mail-Postkasten über Tage einfach leer bleibt … und dabei will man doch nur ein wenig Anerkennung für seine Arbeit und sein Blog-Baby ernten. Hier habe ich schon darüber geschrieben, wie das ist mit dem Erfolg. Ja – es kommen wieder bessere Zeiten. Ja – mach das, was du machst, mach es so, wie du es jetzt machst – dann wird das schon wieder. Glaub an dich. Warum ist das bloß immer so schwer?

 

 

Vielleicht, weil wir zu viel wollen. Zu viel und zu schnell. Ich kenne das von mir: An ebendiesen „motivierten“ Tagen verschlinge ich Bücher und Stories von Bloggern, die es weit gebracht haben, manche vielleicht bis in die Selbstständigkeit. Ich schaue mir genau an, was sie tun, auf ihren Blogs und Instagram-Pages. Und dann ist mein Blogger-Verstand schon wieder am Kopieren, am abkupfern. Überlegt sich total unwillkürlich direkt, was er denn jetzt gelernt hat, wie er das am besten für sich nutzen kann. Halt, stop! Jetzt ist es genug!, ich bin dann die, die Einhalt gebieten muss. Schließlich bin ich immer noch ich, und mein Blog ist eben mein Blog. Mit meinen Inhalten. Er soll meine Interessen widerspiegeln, sich zusammen mit mir weiterentwickeln. Und zwar, weil ich dazu bereit bin, nicht, weil andere Blogger es so machen. Oder es im Trend ist. Oder überhaupt.

Vielleicht muss man manchmal einfach abschalten, nur auf sich selbst schauen, reflektieren, was man gerade tut, anhand dessen, was man selbst weiß und für richtig hält. Das Motto eines jeden Blogs ist seine Einzigartigkeit. Seine Besonderheit. Alleine unter tausend anderen. Und das geht nur, wenn dieser eigene Blog, dieses persönliche Projekt, von dir selbst bestimmt und geleitet wird.

 

 

Und vielleicht geht das manchmal nicht ohne Scheitern oder Misserfolg. Das gräbt gewaltig am Selbstwertgefühl, bei manchen mehr, bei manchen weniger, aber sicher kann niemand das Scheitern an einem geliebten Projekt einfach mal eben so wegstecken. Allein der Zufall verbietet es uns jedoch, immer erfolgreich zu sein – also warum setzen wir das voraus, warum hängen wir mit solch einem Ehrgeiz an Sachen, nur, um das bloße Scheitern zu vermeiden? Verena hat hier einen sehr aufrichtigen Artikel über das Thema geschrieben.

Sich selbst genug sein. Schwer – aber unheimlich wichtig. Ich arbeite dran. Und ihr? Wie haltet ihr das mit dem Ehrgeiz?

Mehr nachdenkliche Posts von mir findet ihr hier.

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