Erinnerungen // Momente festhalten

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Ich sitze auf der Rückbank unseres roten BMWs, wir fahren auf der Autobahn, ganz lange. Klicke mich durch meine Musik-Playlist, die alten Songs mal wieder, vor einem Jahr heruntergeladen, dann einige Wochen und danach nie wieder angehört. Ich vermeide diese Titel, wenn ich keine Zeit habe. Wenn doch, versetzt mich jedes einzelne Lied in vergangene Zeiten zurück, in Ferien und Urlaube und Übernachtungen und Besuche, die mal waren und vielleicht nie wieder sind, und wenn doch, dann würden sie anders sein. Erinnerungen, ganz viele. Ich tippe auf Play.

 

 

Zellerau, Sommer 2016. Das blaue Bildschirmflimmern der Wii im sonst dunklen Raum, wir, davor, tanzend. Die Balkontür offen, in wenigen Schritten hinaus, die kühle Abendluft fühlt sich angenehm an auf verschwitzter Haut. Cut. Mein Reitverein, Winter 2016. Der Reitplatzboden angefroren und der Wind, die darüber pfeift, kalt auf der Haut unter der dünnen Reithose. Das Schnauben von Pferden, ihre dumpfen Schritte auf dem Boden, ihre Atemwolken weiß sichtbar in der Luft. Endlich, halblaut gerufene Worte, Hufschlag auf Steinboden und schließlich wieder auf weichem Sand. Die Lichter in der Reithalle blenden, und Spannung liegt in der Luft, als wir endlich mit unserer Quadrille beginnen. Cut. Österreich, Sommer 2017. Schick-mir-eine-Zahl-Layouts in anderen Instastories und diverse Bingos in der eigenen, wieder verliebt sein, sich Hoffnung machen, entmutigt werden. Cut. Im Bus, Anfang 2018. Mit Musik in den Ohren festzustellen, dass man sein Herz verschenkt hat, von Neuem. Unerwartet und unbeabsichtigt. Ein wenig Lächeln, vielleicht. Cut. Hubland, Sommer 2018. Mit dem Fahrrad hoch zur neuen Landesgartenschau fahren, Bayernslam, Tanzvielfalt, zum dritten Mal Fotos an den selben, wunderschönen Orten machen. Kein Schulstress mehr, Zeit, und etwas Freiheit. Cut.

 

 

Ich stelle die Musik aus und versuche, Herr über die vielen Emotionen zu werden, die all diese Erinnerungen in mir auslösen. Es war doch nur eine Playlist. Wir fahren noch lange, ich denke nach. Sitze später hier, an der Bar des Hotels, in dem wir schon zum dritten Mal gebucht haben, und tippe. Versuche erneut, niederzuschreiben, was ich fühle, wie ich fühle. Vielleicht versteht mich jemand und kennt das.

 

 

Der Duft ist nach all den Jahren immer noch derselbe. Kerzenwachs, leicht süßlich, mit etwas Honig. Warm und gemütlich, vertraut, ich würde ihn überall wiedererkennen. Wie kann ich alles gleich geblieben sein, Zimmer, Bar und sogar die Speisekarte so aussehen wie in unserem ersten Sommer hier, während ich mich so grundlegend verändert habe?

 

 

things will never be the same again, singt Mel C, ich glaube, es sind die Leute. Die Menschen verändern sich, werden verändert, nicht die Dinge, nicht die Umstände, nicht ihr Leben. Es sind die Menschen selbst. Was ich vor Monaten geschrieben habe, lese ich heute nur ungerne, die Bilder, die ich vor einigen Wochen geschossen habe, erscheinen mir um Jahre veraltet. Man entwickelt sich, in manchen Gebieten schnell und in manchen langsam, und so verändert sich der Blickwinkel.

 

 

Ich nehme mein Handy in die Hand und scrolle durch meinen Instagramfeed. Mal ist es dort bunter, kontrastreicher, dann werden die Farben sanfter und einheitlicher, immer im Wechsel, immer verschieden. Ihre Wirkung löst längst vergessen geglaubte Gefühle in mir aus, einzelne Bilder erinnern mich an konkrete Ereignisse.

 

 

März 2018. Dresdenfahrt mit Schulkameraden und direkt danach Skifahren in Italien. Mein Geburtstag am Anreisetag, eine lange Autofahrt, Buchweizenmehlkuchen, ein Einbahntunnel. Cut. April. In den Geburtstag eines Freundes reinfeiern, neues Handy, unzählige Boomerangs, draußen Grillen, Film schauen, WoP und Flaschendrehen bis weit nach Mitternacht. Cut. April. Poetry Slam-Workshop bei Pauline, zusammen kreativ sein und verwandte Seelen treffen. Cut. Mai. Urlaub in Überlingen mit meinen Eltern, mal wieder Bodensee und Wind und Milchshake trinken und im Müller um die Ecke stöbern. DSGVO-Einführung, Stress. Cut. Mai. Kinotreffen mit Klassenkameraden, Hitze in Würzburg, ganz lange im Park auf einer Bank sitzen und reden. Cut. Juni. Bayernslam auf der Landesgartenschau, so viel Inspiration, tolle Künstler, so wundervoll. Cut. Juli. Geburtstag feiern mit einer Freundin, im Main schwimmen und am Alten Kranen Pizza essen und danach alleine durch die Stadt mit Musik in den Ohren.

 

 

So viel und so wichtig. Vielleicht haben all diese Dinge mich zu der gemacht, die ich jetzt bin. Ich will das alles nicht vergessen. Also erinnere ich mich und bitte Musik und Bilder, mich in vergangene Jahre zurückzuversetzen.

Jetzt habe ich all diese Erinnerungen auf Papier, alle Gedankenschnipsel, ein Stück Emotionen. Auf 50 Polaroid-Fotos aus meiner Fotobox* von myposter. Und jetzt kann ich meine Erinnerungen wirklich in den Händen halten – und ist es nicht so, dass sie dann vielleicht etwas länger bleiben?

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*Alle mit einem Stern markierten Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos zugesandt. Vielen Dank!

6 Kommentare bei „Erinnerungen // Momente festhalten“

  1. “Things will never be the same again” – Du sagst es!
    Mein Papa hat jeden noch so kleinen lustigen, schönen, traurigen, verrückten, bescheuerten Moment aus meiner Kindheit festgehalten und dafür bin ich ihm so dankbar. Und dir bin ich dankbar für den tollen Post hier und das Gewinnspiel!
    Du beschreibst es so gut. Wir verändern uns stetig. Nichts bleibt, wie es mal war. Umso schöner, dass es die Fotografie gibt, die uns wie eine Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückversetzt! Ein Bild reicht aus und ich erinnere mich an Stimmen, Gerüchen, Geschmäckern, Emotionen… Was wären wir ohne unsere Erinnerungen? Die Erinnerungen machen uns zu dem, wer wir sind. Wir können an ihnen wachsen oder an ihnen zerbrechen. Es ist unsere Entscheidung.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich meine tollen Momente so schön verewigen könnte, wie du!
    Instagramname: foerdekind_

    1. Du hast wirklich recht mit deinen Worten – ich bin auf jeden Fall froh, diese Möglichkeit stellen zu können! Viel Glück wünsche ich dir.

  2. Liebe Alice,
    du hast Dir was ganz tolles ausgesucht bei myposter. Ich bin dir dankbar dafür, dass ich einen so tollen Post am Sonntag morgen lesen durfte- bei leckeren Brötchen und einer Tasse Kaffee! Ein Glücksmoment!
    Ich hätte ihn festhalten sollen, denn in wenigen Wochen hätte ich mich auch daran erfreut ihn auf Papier zu haben!
    Ich würde mich riesig freuen, wenn ich mir meinen schönsten Moment für die Ewigkeit an die Wand zaubern dürfte. Mein Foto in Groß, mein schönster Moment in Groß, das wäre wahnsinnig schön!
    Instagramname: irinkaskleinewelt
    Danke!
    Liebste Grüße, Irina

    1. Und ich lese so gerne, dass du magst, was du gelesen hast. Danke. Ich wünsche dir viel Glück!

  3. Ich bin ganz verzaubert von deinem schönen Blogpost!
    Du hast genau das beschrieben, was ich an der Fotografie so sehr liebe:
    Sie konserviert unsere schönsten Momente. Jeder Anblick toller Momente löst ein so wunderschönes und heimeliges Gefühl in mir aus. Ich hatte eine schöne Kindheit. Dafür bin ich dankbar und schaue so gerne die schönsten Momente an! Ich wüsste auch schon welchen Moment ich festhalten würde, meine Schwester spielt eine wichtige Rolle! Ich würde mich riesig freuen und wäre so dankbar!
    (Instagramname : duenenverliebt)
    Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich Dir!
    Liebste Grüße, Jule

    1. Wie schön, dass dir der Beitrag gefällt, ich habe einfach die Gefühle aufgeschrieben, die ich mit diesen Bildern und Erinnerungen verbinde, weil mir jede einzelne so wichtig und wertvoll ist. Viel Glück!

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