Existenzblockade

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Ich will schreiben, finde aber keine Worte, finde keinen Fluss, will Buchstaben aneinanderreihen, die mehr ergeben als keinen Sinn, die mehr erzählen, die überhaupt erzählen, irgendetwas aussagen. Ich will schreien, so laut, so lange, bis ich nicht mehr kann, schreien, bis es leise ist, die Stille aus mir herausschreien, damit ich wieder laut sein kann. In mir ist nichts, das sein könnte, aber trotzdem ist da etwas. Eine Blockade. Existenzblockade.

Frühlingswind

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Ich sitze an meinem Schreibtisch, neben mir ein geöffnetes Fenster, frische Luft, die nach Neubeginn duftet, nach Sonne und Wärme. Tippe, das Klackern der Tastatur mischt sich mit den Autogeräuschen in der Ferne und hellem Vogelgezwitscher zu einer Sinfonie, die Wörter fließen aus mir heraus, endlich wieder nach so langer Zeit. Alles ist leicht, fängt zumindest gerade an, es zu sein, meine Seele lässt sich davontragen in den Himmel. Frühlingswind.

Angst, niemand zu sein

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Irgendwie musste ich immer jemand sein, irgendjemand. Eine Assoziation hervorrufen. Eine Botschaft tragen. Irgendeinen Sinn versprechen, nach meinem Namen gedanklich einen relativen Satzanschluss stehen sehen. Alice, die … ja, was eigentlich? Frage ich mich. Zurzeit so oft. Warum kann ich nicht einfach sein? Ich selbst sein? Eine kleine Stimme in meinem Kopf wispert: Wer bist du denn dann noch? Niemand. Und dann habe ich ganz einfach Angst, die Angst davor, niemand zu sein.

Von Kontrollverlust und zerstückelter Ordnung

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Kontrolle. Wenn es alleine steht, ein durchaus mächtiges Wort, das so viel bedeuten kann. Unterschiedliche Assoziationen. Überwachung. Fremdbestimmung. Überprüfung. Oder aber: die Sucht, alles bestimmen zu können, alles festzuhalten, die Illusion, sein Leben selbst führen zu können. Und die Angst, alles zu verlieren. Spüre ich tagtäglich, ich – weiß doch nicht, was mir dann noch bleibt. Ich darf diese Kontrolle nicht aufgeben.

Ich will niemanden enttäuschen

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Acht Wochen zwischen Weihnachts- und Winterferien. Eine Hungerstrecke, schlecht liegende Feiertage dieses Jahr sind es, die entweder die Energie des Jahreswechsels ausnutzen oder aber uns in dem Glauben bestärken wollen, das neue Jahr wird ganz besonders besch*ssen werden. Tests, Extemporalen, Schulaufgaben, dazu der Bundeswettbewerb Fremdsprachen, dessen Klausurtermin auf denselben Tag gesetzt wurde wie unsere Schulrunde Jugend debattiert. Meine Bewerbung für das Frühstudium, das ich diesen Frühling aufnehmen will, habe ich schon abgegeben, sitze jetzt wieder an der Vorbereitung für Prüfungen, mit dem Gefühl, alle und jeder würden von mir erwarten, gut zu sein. Und ich: lasse mir selbst, ganz allein mir selbst, nichts Geringeres durchgehen als absolute Perfektion. Die Beste zu sein. Alles andere, alles passable, ist wertlos, selbstverständlich, nichts, worauf ich stolz zu sein habe. Ich will doch niemanden enttäuschen. Am allerwenigsten mich selbst.

Von Freiheit und der Weite der Berge

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Freiheit. Das ist ein großer Begriff, der so viel umfasst, so viel verschiedenes, Freiheit ist ein Traum. Ein Traum davon, denken und sagen zu können, was man will, handeln zu können, wie man selbst es für richtig hält. Freiheit ist für mich das Entfliehen aus Alltag und Realität, das Zurücklassen von temporären Sorgen, über allen Dingen zu stehen, ohne schlechtes Gewissen, und wenn auch nur für den Moment. Freiheit ist mein Traum.

Hallo, Herbst.

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Etwas Besonderes, auf das ich dieses Jahr so lange gewartet habe, unwissend, wieso überhaupt – klar, Sommer ist schön, wirklich, Sonne, Hitze, manchmal lästige über-dreißig-Grad, Ferien, Urlaub, ein bisschen loslassen und etwas Freiheit. Aber gerade jetzt will ich den Herbst. Ich habe noch nie ein so starkes Verlangen nach Gemütlichkeit und Kuscheldecken und regnerischen Nachmittagen und früher Dunkelheit verspürt, und jetzt, wo wir die letzte Woche Temperaturanstieg verabschieden, ist es endlich so weit, dass ich zaghaft winke und in den Wind flüstere: Hallo, Herbst.

Kämpferherz – weil alles zählt

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Niedergänge, Rückschläge, Enttäuschungen. Auf dem Weg nach oben oder aber einfach nur nach vorne liegen so viele Steine, links und rechts des Pfades gähnende Abgründe voll Leere. Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich für jeden Schritt nach vorne gleich drei zurücktreten, seit Ewigkeiten gesetzte Ziele zu erreichen scheint so oft unmöglich. Und doch. Ich mache weiter, einfach weiter, muss weitermachen. Kämpfen ist schwer, anstrengend, und trotzdem ist es das Beste und Einzige, was ich tun kann. Immer, für immer. Kämpferherz.

Nur kurz unbeschwert und losgelassen durch die Welt tanzen

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Mal frei sein, unbeschwert sein, mal alle Sorgen vergessen, sie ganz einfach hinter sich lassen. Über allem stehen, nur kurz, alles ausblenden, die Augen schließen, lächeln, Glücksgefühle. Loslassen von Pflichten und überhaupt von allem, vom Alltag, loslassen und durch die Welt tanzen, als gäbe es kein Morgen, dabei träumen, träumen, als wäre das Leben ewig. Mal einfach nur leben. Nur kurz. Komplett frei sein für diesen einen Moment. Sommer.