Ich will niemanden enttäuschen

Acht Wochen zwischen Weihnachts- und Winterferien. Eine Hungerstrecke, schlecht liegende Feiertage dieses Jahr sind es, die entweder die Energie des Jahreswechsels ausnutzen oder aber uns in dem Glauben bestärken wollen, das neue Jahr wird ganz besonders besch*ssen werden. Tests, Extemporalen, Schulaufgaben, dazu der Bundeswettbewerb Fremdsprachen, dessen Klausurtermin auf denselben Tag gesetzt wurde wie unsere Schulrunde Jugend debattiert. Meine Bewerbung für das Frühstudium, das ich diesen Frühling aufnehmen will, habe ich schon abgegeben, sitze jetzt wieder an der Vorbereitung für Prüfungen, mit dem Gefühl, alle und jeder würden von mir erwarten, gut zu sein. Und ich: lasse mir selbst, ganz allein mir selbst, nichts Geringeres durchgehen als absolute Perfektion. Die Beste zu sein. Alles andere, alles passable, ist wertlos, selbstverständlich, nichts, worauf ich stolz zu sein habe. Ich will doch niemanden enttäuschen. Am allerwenigsten mich selbst.

Was ich selbst kann, soll, will

Eigentlich kann ich sehr viel oder zumindest einiges, auch, wenn ich mich manchmal fühle, als wäre ich einfach zu nichts fähig, oder, noch schlimmer, es brächte einfach nichts. Ich muss so viel. Fühle Druck auf mir, soll einiges tun, manches nicht. Und ich will noch mehr, ganz viel, so viel mehr. Wünsche. Träume in den Tag. Will forschen, entdecken. Meinen sicheren Hafen verlassen, den Wind in meinen Segeln fangen.