Ich fühl’ mich eingegrenzt // ein wenig Kritik am deutschen Schulsystem

Donnerstagmorgen, kurz vor sechs Uhr. Ich sitze an meinem Schreibtisch, lose eine Fleecedecke über die Schultern geworfen, weil es kalt ist, so früh, daneben brennt eine kleine Leuchte in warmem Licht, wirft harte Schatten in mein Zimmer. Sonst ist es still. Vor mir liegt kariertes Papier, kleinteilig beschrieben mit Formeln, Gleichungen, Graphen. Ich seufze. Schüttele dann den Kopf und versuche, mich wieder auf Mathematik zu konzentrieren, gehe alles wieder und wieder durch und werde dieses beunruhigende Gefühl trotzdem nicht los. Matheschulaufgabe in der ersten Stunde.

Von Freiheit und der Weite der Berge

Freiheit. Das ist ein großer Begriff, der so viel umfasst, so viel verschiedenes, Freiheit ist ein Traum. Ein Traum davon, denken und sagen zu können, was man will, handeln zu können, wie man selbst es für richtig hält. Freiheit ist für mich das Entfliehen aus Alltag und Realität, das Zurücklassen von temporären Sorgen, über allen Dingen zu stehen, ohne schlechtes Gewissen, und wenn auch nur für den Moment. Freiheit ist mein Traum.

Weil ich eben nicht über Politik schreibe

Was kann ich schreiben? Was kann ich schreiben, das Leute da draußen interessiert, mit dem sie sich verbunden fühlen, sich identifizieren können, das polarisiert? Was wird zurzeit denn überhaupt noch geklickt und gelesen? All das frage ich mich so oft. Ständig. Und bin zu meinem persönlichen Ergebnis gekommen, wieso diese Punkte nie wirklich alle auf das zutreffen, was ich schreibe. Hier. In meinen Poetry Slam-Texten. Es ist eigentlich relativ einfach – weil, nun ja, ich eben nicht über Politik schreibe.

Hallo, Herbst.

Etwas Besonderes, auf das ich dieses Jahr so lange gewartet habe, unwissend, wieso überhaupt – klar, Sommer ist schön, wirklich, Sonne, Hitze, manchmal lästige über-dreißig-Grad, Ferien, Urlaub, ein bisschen loslassen und etwas Freiheit. Aber gerade jetzt will ich den Herbst. Ich habe noch nie ein so starkes Verlangen nach Gemütlichkeit und Kuscheldecken und regnerischen Nachmittagen und früher Dunkelheit verspürt, und jetzt, wo wir die letzte Woche Temperaturanstieg verabschieden, ist es endlich so weit, dass ich zaghaft winke und in den Wind flüstere: Hallo, Herbst.

Kämpferherz – weil alles zählt

Niedergänge, Rückschläge, Enttäuschungen. Auf dem Weg nach oben oder aber einfach nur nach vorne liegen so viele Steine, links und rechts des Pfades gähnende Abgründe voll Leere. Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich für jeden Schritt nach vorne gleich drei zurücktreten, seit Ewigkeiten gesetzte Ziele zu erreichen scheint so oft unmöglich. Und doch. Ich mache weiter, einfach weiter, muss weitermachen. Kämpfen ist schwer, anstrengend, und trotzdem ist es das Beste und Einzige, was ich tun kann. Immer, für immer. Kämpferherz.