Zufall, Karma – oder eine Frage der Perspektive?

Kennt ihr diese Momente, in denen man einfach nur dasteht, etwas erschrocken, aber mit einem Grinsen auf den Lippen, und denkt, dass DAS jetzt auf keinen Fall ein Zufall gewesen sein kann? Diese Momente habe ich in letzter Zeit sehr häufig erlebt, möchte deshalb nun der Frage auf den Grund gehen, ob es wirklich Schicksal war oder doch Zufall oder wirklich eine Frage des Blickwinkels auf Leben und Geschehen.

Und dazu habe ich wieder ein bisschen Natur gelegt, ich hoffe, ihr mögt solche Fotos.

 

Zufall …

Also gut. Gehen wir davon aus, alles unterliegt dem Zufall. Dem mathematischen Zufall, nach dem wir Laplace-Experimente und dergleichen auswürfeln. Ich höre selten Leute, die bei solchen Anordnungen widersprechen und eben diesen Zufall leugnen. Also müsste er sich ja auch im wirklichen Leben anwenden lassen, auf Alltagssituationen, und wenn man danach geht, geschieht eben auch alles zufällig.

Du erwischt den Zug zu einem wichtigen Event nicht, auf dem du aber deinen Exfreund mit einer Neuen getroffen hättest? – Zufall. Am selben Tag noch am Bahnhof läuft dir eine alte Freundin über den Weg, mit der du seit Jahren keinen Kontakt hattest, und ihr geht zusammen Kaffee trinken und verbringt einen wundervollen Nachmittag? – Zufall. Am Abend vor einer wichtigen Klausur ist dein Bruder zu Besuch und gibt dir seine alten Lernaufzeichnungen, mithilfe derer du die Bestnote schreibst? – Zufall. Diese eine Person, an die du unablässig und immer denkst, sitzt im Skiurlaub plötzlich neben dir im Lift? – Zufall. Kein Schicksal, kein Karma, sondern simples Würfelspiel in größerem Ausmaß.

 

… Schicksal …

Nächste Idee: Was ist denn mit Schicksal, mit Karma? Unter letzterem versteht sich, dass jede Handlung eine direkte Folge hat (nach seinem Ursprung in Hinduismus, Buddhismus und Jainismus kann das auch in weiteren, nachfolgenden Leben passieren, ich denke, ich rede hier nur über das aktuelle). Ziel sollte es sein, dass Karma zu balancieren, sodass letztendlich keines vorhanden ist. Ansonsten folgen auf schlechte Handlungen etwas Negatives, auf gute Handlungen dementsprechend etwas Positives. Das Wort hat natürlich auch schon Einzug in den Sprachgebrauch der Jugend (=irgendwie auch meinen) gefunden.

Aber genug der Theorie, was ich nämlich eigentlich sagen will, ist, dass ich an das Schicksal glaube. Daran, dass alles schon feststeht, wie auf einer DVD, wir wissen zwar nicht, was morgen kommt, können es aber nicht willentlich beeinflussen, schließlich sind damit auch unserer Entscheidungen schon festgelegt. Alles kommt so, wie es kommen muss und soll. Ein angenehmer Gedanke, oder? Leider gibt es nicht viele Menschen, die diese Meinung teilen, irgendwie scheint es dann doch so zu sein, dass wir nicht gerne unseren freien Willen aus der Hand geben. Ich find’s trotzdem logisch.

 

… oder eine Frage des Blickwinkels?

Letzter Ansatz: Vielleicht ist ja wirklich alles nur eine Frage der Perspektive, der Weltsicht, wie man auf die Dinge schaut, die sich ereignen. Dass wir etwas nur als unglaublichen Zufall empfinden, weil wir die ganze Zeit an diese oder eine ähnliche Situation denken und wenn wir dann tatsächlich hineingeraten, ist die Überraschung groß. Es ist ja auch so – achte ich auf irgendetwas, sehe ich es überall. Als ich angefangen habe, mir die Nägel zu lackieren, waren überall gemachte Nägel, echt oder fake. Als wir damals einen Hund gekauft haben, waren plötzlich überall Hunde diverser Rassen. Genauso muss es Schwangeren gehen, vielleicht auch, wenn man selbst oder ein Familienmitglied durch einen Unfall im Rollstuhl sitzt oder blind ist.

Diese Tatsache ist beinahe greifbar, ich finde, man merkt so richtig, dass diese Sichtweise und dieses Bemerken von Übereinstimmungen an der Perspektive eines einzelnen liegt. Aber kann man das aufs ganze Leben anwenden, dass ja eigentlich viel komplexer ist? Hm. Ich bin mir unsicher.

 

 

Was sagt ihr denn zu diesen drei Gedankenexperimenten, wo steht ihr? Woran glaubt ihr? Habt ihr euch schon ähnliche Gedanken gemacht? Das würde ich auf jeden Fall gerne hören. Mehr solcher Beiträge findet ihr übrigens hier, zum Beispiel dieser hier zu Ehrgeiz und dieser hier mit meinen Gedanken zum Bloggen.

Habt einen schönen Tag!

2 Kommentare bei „Zufall, Karma – oder eine Frage der Perspektive?“

  1. Ein richtig spannender Beitrag mit drei coolen Ansätzen! Ich bin eindeutig Team Karma!
    Wobei ich manchmal denke, dass Karma auch einfach eine Reihe von Zufällen sein kann, weißt du wie ich meine? Kennst du außerdem das Gesetz der Anziehung? Das besagt, dass gleiches gleiches anzieht. Also wenn du schlecht handelst, dann wieder fährt dir auch schlechtes. Wenn du positiv denkst, passieren auch positive Dinge. Einfach gesagt. Einfach mal googeln, kann sowas immer schlecht beschreiben 😀 aber ist vielleicht auch spannend für dich und geht in die Richtung Karma! Ich glaube jedenfalls dass ich wenn ich etwas gutes tue, dann wird mir auch gutes wiederfahren und umgekehrt, wenn ich mal “schlecht” handle oder denke, passiert mir auch schlechtes. Das muss nicht unmittelbar gleich danach sein (was aber zufällig manchmal doch passiert) sondern kann auch wann anders passieren. Das mit dem Blickwinkel hängt dann denke ich von der Erfahrung ab, also was man bisher für Erfahrungen gemacht hat. Ich habe gestern zum Beispiel “zufällig” oder war es Karma ? ein Haargummi gebraucht als ich zum einkaufen gelaufen bin und habe es gerade meinem Freund mitgeteilt, da liegt auf dem Boden vor mir eins 😀

    In diesem Sinne
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch
    Jasmin

    1. Hallo Jasmin,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Meine kurze Google-Suche hat ergeben, dass genau das, was du beschreibst, das Prinzip von Karma ist. Allerdings halte ich von der Bewertung meines eigenen Verhaltens Abstand, denn hier ergibt sich wieder die Frage danach, was denn gut und schlecht ist und wie sich das universell definieren lässt.
      Die Situation mit dem Haargummi kenne ich so ähnlich, einfach nach dem Motto “wenn man vom Teufel spricht” 😉
      Liebe Grüße ♥

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