Die Jugend hat sich verändert

Heute möchte ich etwas loswerden. Mal aufräumen mit ein paar Vorurteilen, dafür nach Nachteilen und Vorteilen analysieren. Möchte über etwas diskutieren und schreiben, dass mich selbst betrifft. Ja, die Jugend. Dank einiger Analytics-Programme und –Funktionen weiß ich, dass die Zielgruppe meines Blogs und Instagrams größtenteils aus Leuten besteht, die älter sind als ich. Trotzdem haben sie (also ihr) anscheinend etwas an meinem Content gefunden, dass euch gefällt und inspiriert und euch vom Dranbleiben überzeugt hat. Ich finde das sehr schön und bin dankbar, wirklich.

Dementsprechend häufig stoße ich auf Nachrichten, die mir klar machen, dass zwischen den Generationen X, Y und Z sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten herrschen. Natürlich gibt es Vorurteile – aus beiden Richtungen. Man unter- und überschätzt sich, und sehr schnell heißt es dann, „man verstehe die jeweilige Generation nicht“. Hm. Kann man etwas nicht verstehen, ohne sich damit auseinandergesetzt zu haben?

Bevor ich hier groß meine Meinung heraushause, kurz vorweg: Es ist eben nur meine Meinung. Soll heißen, ich will hier niemanden angreifen oder berichtigen oder zurechtweisen. Nur mal etwas sagen. Und vielleicht eure Sichtweise dazu hören.

 

Vom Überschätzen und Unterschätzen

Sehr häufig bekomme ich Nachrichten von Leuten, die loben, was ich mir in meinen jungen Jahren schon aufgebaut habe, meinen Blog, meine Fotos, Kooperationen, meine Nägel. Ich freue mich immer sehr darüber, klar, Komplimente und so, ich bin ja ziemlich ehrgeizig. Aber solches Lob, besonders von Erwachsenen oder zumindest Leuten, die ein Stück älter sind als ich, bedeutet das, für etwas „Besonderes“ gehalten zu werden? Wir würden durch Lob nichts hervorheben, wäre es nicht irgendwie anders als das, was man sonst so sieht und bemerkt. Oder? Weil wir es nicht erwarten. Erwartung, da ist es wieder, das böse Wort, zumindest habe ich dazu keine sonderlich tolle Beziehung. Erwartet der eine etwas, fühlt ein anderer unter Druck gesetzt. Und noch schlimmer ist es, wenn dieser Druck von innen heraus kommt.

Das Problem habe ich, ich bin nämlich so ein höher-weiter-schneller-besser-Mensch. Habe ich mit Steffy hier schon diskutiert. Nehmen wir das Beispiel (Schul-)Noten her. Ich versuche, Einser zu schreiben, um kein schlechtes Gewissen zu haben (so blöd das klingt …). Manche meiner Schulkameraden vermeiden stattdessen nach Möglichkeit schlechte Noten, und zwar wegen Prüfungsangst und, wirklich, ehrgeiziger Eltern. Verschiedene Gründe, aber alles Erwartung. Und damit Druck.

 

 

Wenn ich meinen Eltern ab und zu erzähle, was wir in dem und dem Zeitraum alles so an Tests und Schulaufgaben schreiben, dazu noch zu erledigende Aufsätze und Hausaufgaben erwähne, meint zumindest mein Vater, dass Schule heutzutage schon sehr aufwändig und stressig sei und es in seiner Jugendzeit nicht so war. Okay, ich bin am Gymnasium. Und trotzdem ist das viel. Dazu noch Hobbys, ich reite und habe diesen Blog hier, den ich genauso liebe, wie er meine Zeit für sich beansprucht (wie wäre es mit weniger Schule, mehr Blog?). Viele Schüler machen dazu noch Leistungssport, mehrmals die Woche, haben außerdem noch Nachhilfe.

Ich erinnere mich da gerne an meine Grundschulzeit zurück, in der wir irgendwie dauerhaft damit beschäftigt waren, uns zu treffen, scheinbar war immer Sommer und es war warm und perfekt. Ihr wisst schon, dieses Perfekt, wenn man nicht an das denken muss, was morgen ist, sondern weiß, dass alles gut und schön weitergeht. Wie ich dieses Gefühl vermisse. Es wurde einfach seltener. Geht es irgendwann ganz verloren?

 

Unsere digitalisierte Welt

Dass die heutige Jugend ja theoretisch und praktisch handysüchtig ist, höre ich andauernd. Wir starren zu oft auf den Bildschirm und stumpfen ab gegenüber der realen Welt, weil kaum jemand mehr liest oder kreativ wird oder sich offline mit Freunden trifft. Und dann beim gegenseitigen Besuchen ebenfalls immer am Handy hängt. Ich denke, dass das alles nur ein Eindruck ist und auch nicht hundertprozentig von uns Jugendlichen abhängt. Unsere Welt hat sich verändert und tut das immer noch, analog wird zu digital, manuell zu automatisch. In dieser modernen Welt wird viel über das Internet agiert, noch nie war man so schnell erreichbar, noch nie war es so einfach, mit Leuten aller Länder zu kommunizieren. Daraus sind dann unsere Blogs entstanden. Und ja, ich habe mir ein Hobby ausgesucht, bei dem ich andauernd vor dem Bildschirm sitze. Fotos machen und bearbeiten, Blogbeiträge schreiben und Hochladen, Hosten, Recherchieren, andere Blogs lesen, Mails beantworten, Social Media, Instagram.

Mir ist durchaus klar, dass es Besseres für die Gesundheit gibt. Aber mit ein paar Regulierungsmaßnahmen kann die Digitalisierung der heutigen Jugend durchaus nützlich sein – Digital ist die Zukunft. Sich auskennen im www, ein paar Skills in diese und jene Richtung, das allein macht bei der Jobsuche später unglaublich flexibel. Ist doch irgendwie auch wichtig, finde ich persönlich. Und ja, ich denke wie schon gesagt gerne an eine schöne Grundschulzeit ohne digitale Medien zurück, absolutes Highlight war der Computerraum, in der fünften Klasse musste mir eine Lehrerin tatsächlich erklären, wie Word funktioniert. Das hat sich jetzt unwiederbringlich verändert.

Aber mich kreativ ausleben, das kann ich mit meinem Blog allemal. Oder auf meinen Nägeln. Beim Schreiben und Fotografieren. Und ab und zu macht Youtube schauen und Chatten mit Freunden halt Spaß. Bestimmt auch dem ein oder anderen von euch. Und beim Treffen mit Freunden ist das Handy eben dabei und wird genutzt – weil es lustig ist, auf Instagram die vorgeschlagenen Videos durchzuschauen und sich die besten zu schicken. Hat alles seinen Grund.

 

Alles verändert sich

Konstant ist nur der Wandel, wie Luise immer sagt, und ich stimme ihr da voll und ganz zu. Weil wirklich nichts lange so bleibt, wie es ist. Ich meine, ist es nicht irgendwie komisch, dass ich allein schon wehmütig werde, wenn ich an Ereignisse zurückdenke, die nur vor Wochen oder wenigen Monaten waren? Ist die Zeit der heutigen Jugend wirklich so schnelllebig geworden? Ich muss zugeben, ich schaue gerne alte Filme, höre alte Songs, alles eben aus den Achtzigern oder Neunzigern, und manchmal wäre ich gerne ein Kind der Nineties. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber damals scheint alles bunter gewesen zu sein. Und vielleicht hatte man damals mehr Zeit, allein schon, weil die Digitalisierung kaum vorangeschritten war, das Leben spielte sich offline ab. Ich weiß es nicht. Aber es hat sich verändert und ist heute ganz anders, und Veränderung, das bedeutet ja nicht zwingend etwas Schlechtes. Aber der Wandel der Zeiten schlägt Schluchten in das Verständnis, das verschiedenen Generationen voneinander haben.

Ich glaube aber, dass wir alle trotz dieser Differenzen ähnlich sind und auch alle alles erreicht. Auch erwachsene Leute sitzen heutzutage oft vor PC und Handy, Influencer und Blogger gibt es besonders in den Generationen Y und X. Ich komme über dieses Hobby täglich mit Menschen außerhalb meiner Altersgruppe in Kontakt, und es ist wirklich erfrischend. Wir teilen eben das, was wir gerne machen. Und das verbindet über Jahre und Generationen hinweg.

 

Wann habe ich das letzte Mal so viel geredet (oder geschrieben)? Weiß ich gerade nicht, es macht auf jeden Fall Spaß, und meine Meinung zu der ganzen Geschichte kennt ihr jetzt. Ich entschuldige mich für die teilweise sehr langen Schachtelsätze (wie bemerke ich zu gern – wäre Caesar deutsch gewesen, wären wir Best Buddies, aber dummerweise hat er Latein geschrieben). Hoffentlich hat euch diese kleine Expedition in meine Welt, stellvertretend für die Ansichten von „uns Jugendlichen“, der Generation Z, gefallen, und etwas mit auf den Weg gegeben. Und jetzt würde ich nur allzu gerne eure ganz persönlichen Meinungen hören. Also, was denkt ihr dazu? Schreibt mir gerne einen Kommentar unter diesen Post!

Habt einen schönen Freitag und ein tolles Wochenende! (Falls ihr mehr Lektüre braucht, schaut doch mal hier.)

4 Kommentare bei „Die Jugend hat sich verändert“

  1. Nun so ist er wohl – der Wandel. Was heute zählt ist in ein paar Jahren vielleicht wieder nichtig. Die Kindheit – ach wie gern denke ich an diese sorglose Zeit zurück – ist eben ganz individuell. Generation Y hat sie schon anders erlebt als X und Z eben als Y. Alles wandelt sich. Ich möchte nicht sagen, dass sie gänzlich anders sind. Viel mehr bekommen die “neuen” Generationen eben Dinge dazu und andere Probleme, wenn man das so sagen darf, fallen weg.
    Betrachtet man dennoch das Leben, die Phasen, ganz losgelöst von materiellen Gütern, dann ist eben doch alles gleich. Die selben Wünsche, Träume, Sorgen und Probleme. Schule, Liebe, Freunde, Familie, Zukunft und Zeit. Das alles wird eben nur für jede Generation in einen anderen Rahmen gepackt. Jede Generation hat eben eine andere Bedingung/Situation und doch müssen und mussten wir alle ebendiese Dinge durchmachen.

    Ein schöner Text ♥

    1. Vielen Dank, liebe Laura, für deinen Kommentar. Du hast vollkommen recht. Letztendlich ist es doch dieses “zwischen den Zeilen”, alles abseits der Fakten, was zählt. ♥

  2. Also, in puncto Digitalisierung kann ich dir zustimmen. Ich kann mich erinnern, als ich in deinem Alter war, was habe ich da Debatten mit meinen Eltern über ein Handy geführt. Ein (heutzutage) simples Nokia 3210, so ein Uraltding mit echten, klickernden Tasten, bei dem der Akku lockerlässig gern 5 Tage ohne Aufladen gehalten hat – das kennt “die Jugend von heute” in dem Umfang gar nicht mehr. Da gibt es ja eigentlich nur noch Smartphones. Wozu Gameboy-Spiele mit den Freunden tauschen, heute läd man sich sowas aus dem App-Store. Und dennoch sind auch “wir Kinder der 90er” schon anders, als die Generation vor uns. Ich kenne viele meiner Freunde, die haben weder eine Tageszeitung noch sonstige Zeitschriften abonniert – wenn wir News wollen, schauen wir im Netz. Ist sowieso schneller und aktueller als irgendwelche Printmedien.

    Ich denke, JEDE Generation ist anders als die vorherige – jeder von uns war mal Teil einer “Jugend von heute”, die sich anders entwickelt hat als die “alten Generationen”. Wie ich schon sagte, als ich in deinem Alter war, da gab es Blogs, Instagram und Smartphones noch nicht mal – da waren meine größte Sorgen, dass der Schnuckel aus der Parallelklasse mich doof finden könnte und ich auf dem Weg mit dem Rad in den Stall nass werden könnte. DAS waren damals noch richtige Probleme, nicht sowas wie Reichweite, Kooperationen, DSGVO und solchen Kram.
    Und wer weiß schon wie die Welt aussieht, wenn du mal so alt bist wie ich – gerade heutzutage kann innerhalb von 15 Jahren SO viel passieren – Stichwort autonomes Fahren, Elektroantriebe, Energiewenden…vielleicht sind bis dahin AKWs schon längst Geschichte?
    Für jemanden wie mich, der den Einstieg und rasanten Anstieg der Digitalisierung in seinen besten Jahren live miterlebt hat, ist der Umgang mit den Medien vermutlich ein ganz anderer als für Leute deines Alters, die ja quasi von der Wiege auf schon damit konfrontiert wurden.

    1. Ich kann durchaus zustimmen, wenn du sagst, dass meine Altersgenossen und ich anders mit digitalen Medien umgehen als du, meine Eltern oder Lehrer. Aber als ich jung war, haben wir zwar nicht Gameboy, sondern Nintendo gespielt, obwohl Jugendliche und Erwachsene schon seit Ewigkeiten Smartphones hatten. Ich denke, das ist dann generationsinterner Wandel, aber trotzdem ist alles “vorgezogen” – wenn man alt genug ist, bekommt man eben ein Smartphone in die Hand gedrückt, man muss nicht erst warten, bis die Technik sich entwickelt und etabliert.
      Allerdings würde ich nicht sagen, dass diese “digitalen” die “alltäglichen” Probleme ersetzt oder ausgelöscht haben, es ist eher so, dass beides koexistiert und manches eine neue Einstufung auf der Präferenzenliste eines einzelnen erfahren hat. Und mit der fortlaufenden Digitalisierung unserer Welt sind diese Probleme jetzt aktuell, ungefähr so, wie wir im Gegensatz zur Steinzeit nicht mehr selbst für unser Essen jagen müssen.
      In dieser Hinsicht bin ich wirklich gespannt, was die Zukunft für uns bereithält. In unserer schnelllebigen Welt wird der nächste (große?) Wandel nicht lang auf sich warten lassen.

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