Perfect Imperfection | Bullet Journal Insights

Perfect Imperfection. Etwas, das man sicher schon einmal gehört hat. Oder gelesen. Hier, im Internet, vielleicht sogar auf Instagram, der App, die längst nicht mehr spontan ist, auf der wir unsere Feeds strukturieren und unsere Fotos möglichst perfekt aufeinander abstimmen. Ich möchte euch heute etwas erzählen, etwas über Perfektion und Erwartungen, über Träume und Entscheidungen, über Taten anstatt vieler Gedanken und über das JETZT.

… und gerade habe ich vergessen, worüber ich eigentlich schreiben wollte in diesem Beitrag. Ich habe mich jetzt nämlich endlich entschlossen, ein Bullet Journal zu führen, und weil ich dachte, es passt ganz gut zum Thema, gibt es zwischendurch ein paar Fotos für euch. Aber weiter in den lyrischen Ausschweifungen 😉

Wie oft stehen wir vor einer scheinbar unlösbaren oder zumindest sehr schwer anmutenden Aufgabe? Wie oft zerbrechen wir uns den Kopf darüber, ob das Ergebnis (oder das, was wir am Ende davon erwarten) den Aufwand und die Mühe wert ist? Und wie oft schütteln wir den Kopf, wenden uns ab, kehren dieser Herausforderung den Rücken zu, versuchen nicht einmal, sie zu meistern, das mitzunehmen, was sie uns an Erfahrung schenkt, und das zu verbessern, was dieses eine Mal nicht wirklich gelungen ist.

Lass uns möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen*

 

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Irgendwie plant man zu lange. Das merke ich einfach so oft bei mir.  Dann hebe ich Dinge auf, schiebe Entscheidungen vor mir her, bis es zu spät ist, sie zu treffen, und dann laufe ich getreulich weiter im Schatten meiner alten Gewohnheiten und sage mir, dass ich es sowieso nicht geschafft hätte. Das diese „Entscheidung“ die einzig richtige war. Das ist doch Unsinn! Absolute Schei*e! Warum fürchtet man sich so sehr davor, einfach mal zu machen, Dinge einfach mal auf sich zukommen zu lassen?

Grüner wird’s nicht, grüner wird’s nicht, stell dir vor, du machst es wirklich, nur nach vorn, nie zurück, ich warte nicht auf den Startschuss*

 

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Ich glaube nicht, dass es so etwas wie „Versagen“ überhaupt gibt. Zumindest weiß ich es, auch wenn ich mal sehr oft selbst für etwas fertig mache, das nicht – perfekt war. Perfekt. Da ist es wieder, dieses Wort. Was bedeutet Perfektion?

Ist es ein wunderschöner Traum-Instafeed, mit tollen Fotos, einheitlich, einfach schön anzusehen? Ist es dieser Monat, in dem scheinbar jede Woche haufenweise Kooperationsanfragen bei den E-Mails sind? Ist es eine von allen Seiten gefeierte Fashionbloggerin mit Top-Figur, unglaublicher Ausstrahlung und einem tollen Gespür für Stylings? Oder ist es dieser eine Tag, an dem nichts schief gehen kann, an dem man sich fühlt, als könnte man die Welt beherrschen?

Die erste Antwort lautet: Nein. Da ist ein Bild, das nicht so perfekt ist wie die anderen, da ist eine Zusammenarbeit mit einer bekannten Marke, die im letzten Moment platzt, da ist ein Outfit, das irgendwie zu verrückt wirkt, und an diesem Tag … wenn ihr an einen solchen Tag zurückdenkt, fallen euch sicher einige Kleinigkeiten ein, die besser hätten sein können, oder?

Die zweite Antwort lautet: Ja! Denn eigentlich ist alles perfekt, was sich gut anfühlt, egal, ob etwas fehlt. Es ist auch perfekt, sich mal schlecht zu fühlen, unzufrieden zu sein, denn ohne Ying gäbe es kein Yang. Ich denke nicht, dass Perfektion – wahre Perfektion – von der bloßen Situation abhängt, sondern allein von der Einstellung, mit der man durch den Tag und das Leben geht.

Vielleicht geht’s nicht um das WAS, sondern vielmehr um das WIE. Vielleicht geht’s nicht um Physik, sondern mehr um Fantasie*

 

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Meine Botschaft für heute heißt also: Hängt euch nicht an einzelnen Dingen auf, die euch stören. Sucht nicht nach den kleinen Fehlern, die etwas scheinbar Perfektes zerstören. Sondern schaut auf euch selbst und euer Lebensgefühl (jetzt, im Frühling, kann man mal mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Welt gehen). Hängt nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. Tut, was ihr tun wollt, und zwar jetzt. Lebt den Moment.

Wir halten kurz die Luft an. Vergessen mal den Rest. Dann setzen wir zum Sprung an. Herzlich willkommen, willkommen im Jetzt.*

 

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*Sämtliche Zitate in diesem Post sind aus Julia Engelmanns Poesiealbum. Sie ist Slammerin und Sängerin und in meinen Augen sind sämtliche ihrer Texte wunderschön geschrieben und die absolute Wahrheit. Ich kann sie euch nur wärmstens ans Herz legen <3

 

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